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UNI NOVA WISSENSCHAFTSMAGAZIN DER UNIVERSITÄT BASEL 102 - März 2006 Musik
Musik und ihre Wahrnehmung spielen in der Evolution und kulturhistorisch beim Menschen eine enorm wichtige Rolle. Wie sie mit der Sprachentwicklung zusammenhängt, ist unklar. Musik als Kommunikationsmittel ist jedenfalls weltweit verbreitet. Musikalische Bildung und Vorlieben haben alle, die hören – sie sind sich nur nicht immer einig in der Bewertung. Musik ist nicht nur hohe Kunst, sondern bildet heute auch eine umsatzstarke Branche der Kulturindustrie.
Matthias Schmidt Was Mozart seinen Reisen verdankt
Der Ausbau der Verkehrsnetze fällt zeitlich mit der Entfaltung von Mozarts musikalischer Hochbegabung zusammen – ein Zufall? Zur Topographie eines Klassikers.
Europas Musikkultur zeigt sich im späteren 18. Jahrhundert durch einen immer rascheren und dichteren Erfahrungsaustausch zwischen ihren bürgerlichen und höfischen Zentren geprägt. Durch den Transfer von Musik zwischen Paris, London, Wien und Oberitalien entsteht bereits nach 1750 ein regelrechter «Erfahrungsdruck» (Wolf Lepenies) für Komponisten und ausübende Musiker. Er bildet sich durch ein Zugleich vielfältiger Wahrnehmungsangebote aus, das weit über zuvor oft nur regional wirksame Traditionsbildungen hinausgeht. Unterstützt wird dieser Austausch durch einen immer kostengünstigeren Notendruck und den zügigen Ausbau des Verkehrswegenetzes sowie der Personen- und Postbeförderung. mehr...
Udo Rauchfleisch Fremde neue Töne
 Werke der zeitgenössischen Musik stossen bei einem «Durchschnitts»-Publikum häufig auf wenig Verständnis, wenn nicht sogar auf heftige Ablehnung. Einige psychologische Gedanken, warum das so ist.
Musik ist generell, wie andere Kunstrichtungen auch, ein Zeichensystem, eine Mitteilung von Menschen an Menschen. Dies bedingt, dass die Hörerinnen und Hörer dieses Zeichensystem «verstehen», das heisst als Musik «erkennen» und auf irgendeine – unter Umständen sehr subjektive – Art «Zugang» zu ihm finden können. Bei diesem Interpretationsprozess spielen die Hörmodelle, die wir uns im Verlauf unserer Sozialisation aneignen, eine zentrale Rolle. Diese stellen ein Raster dar, das der Orientierung und Strukturierung des Gehörten dient und bestimmte Erwartungen beinhaltet. Werden diese Erwartungen erfüllt, entsteht der Eindruck des Bekannten, Vertrauten, was von den Hörenden als beruhigend und wohltuend erlebt wird. mehr...
Christoph Dieffenbacher Nachdenken über Gehirn und Gott
Christina Aus der Au ist Philosophin und Theologin, kennt sich in Hirnforschung und Umweltethik aus und fühlt sich in der Natur besonders wohl – auf Inline- Skates oder mit dem Gleitschirm. Ein Porträt.
Durch das alte Holztor, ein paar Schritte über den gepflasterten Innenhof, eine schmale Treppe aufwärts, dann über eine Laube in das spätgotische Gebäude und dort hinein in einen niederen Raum: Christina Aus der Au hat ihr Büro im Frey- Grynaeum am Heuberg, mitten in der Basler Altstadt. In den Räumen dieses Instituts, benannt nach zwei Professoren aus dem 18. Jahrhundert, ist ein Teil des Theologischen Seminars untergebracht: die Systematische Theologie/Dogmatik. Die Assistentin, eine sportliche Frau in Turnschuhen und mit Nasenring, redet klar und rasch; während des Gesprächs ertönt immer wieder ihr helles Lachen. mehr... |