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Ehrenpromotion der Philosophisch-Historischen Fakultät

Laudatio

Heider Wunder

Die Philosophisch-Historische Fakultät der Universität Basel verleiht die Würde einer Ehrendoktorin an

Frau Dr. Heider Wunder, von Deutschland

  • die als eine der international profiliertesten deutschsprachigen Historikerinnen über ein breites Oeuvre verfügt, das von der Wirtschafts- und Agrargeschichte über die Rechts- und Verfassungsgeschichte bis zur Wissens-, Kultur- und Geschlechtergeschichte reicht und sich in allen diesen Feldern durch grosse Innovationskraft und gleichzeitig hohe Sorgfalt auszeichnet;
  • die in ihren Arbeiten beispielhaft zeigt, wie sich sozialwissenschaftliche und kulturwissenschaftliche Fragestellungen und Methoden geschickt verbinden lassen;
  • die der Universität und der Stadt Basel in vielfacher Weise verbunden ist, insbesondere durch Vorlesungen und Archivseminare, aus denen ein bis heute wegweisender Quellenband zur Geschichte der Baslerinnen im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit entstanden ist.

Lebenslauf

Prof. Dr. Heide Wunder wurde 1939 in Rieneck (Unterfranken) geboren. Sie studierte Anglistik und Geschichte an der Universität Hamburg, wo sie 1964 promovierte. 1977 wurde Heide Wunder auf die Professur für Sozial- und Verfassungsgeschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Kassel berufen; seit 2004 ist sie pensioniert. Heide Wunder ist verheiratet und hat eine Tochter.

Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit war zunächst die Geschichte der ländlichen Gesellschaft im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit. Seit dem Beginn der 1980er Jahre setzte sie sich zunehmend mit Themen der frühneuzeitlichen Frauenund Gender geschichte auseinander, die sie gemeinsam mit Mitarbeiterinnen in einer Reihe von Forschungsprojekten bearbeitete (u.a. «Ehepaare, Eheverläufe und Lebenslauf in Leipzig 1580-1730»; «Konfession, Religiosität und politisches Handeln von Frauen vom ausgehenden 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts»). Im Kontext ihrer agrargeschichtlichen Forschungen angesiedelt waren das studentische Lehrforschungsprojekt zur Geschichte des Dorfes Schwebda (a. d. Werra) sowie das interdisziplinäre Forschungsprojekt «Grossbetrieb und Landschaft im Wandel der Wirtschaftsweisen. Die hessische Domäne Frankenhausen und ihr Umland im 18. bis 20. Jahrhundert».

Bei den Forschungen war für Wunder der Kontakt zur internationalen Fachöffent lichkeit immer von hoher Bedeutung. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses lag ihr besonders am Herzen; sie mündete in die Beteiligung am interdisziplinären Graduiertenkolleg «Öffentlichkeiten und Geschlechterverhältnisse: Dimensionen von Erfahrungen », das seit 1999 gemeinsam von Kolleginnen der Universitäten Kassel und Frankfurt a. M. getragen wird.

Zu ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit gehörte die Mitherausgabe zweier wissenschaftlicher Reihen (Geschichte und Geschlechter; Historische Studien) sowie die Mitherausgabe der Zeitschrift «Historische Anthropologie». Derzeit arbeitet Heide Wunder an der Etablierung des Forschungsnetzwerks Gender-Rechtskulturen in Europa.

Würdigung durch die Fakultät

Heide Wunder gehört zu den international profiliertesten, innovativsten und methodisch-theoretisch stärksten Vertreterinnen der Gesellschaftsgeschichte und der Geschlechtergeschichte im deutschsprachigen Raum. Zahlreiche Forschungsfelder zu Spätmittelalter und Früher Neuzeit verdanken ihr anregende, oft wegweisende Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Rechtsgeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Religions- bzw. Konfessionalisierungsforschung sowie zur Geschichts theorie. Ihre zahlreichen Publikationen zeugen sowohl von der Vielfalt ihrer Forschungs interessen als auch davon, wie rasch und engagiert sie neue Forschungstrends kritisch aufgreift und dabei ihre eigenen Schwerpunktsetzungen nie aus den Augen verliert. Daneben ist Heide Wunder eine profilierte und engagierte Verfechterin einer wissenschaftlich orientierten Geschichtsdidaktik „mit Augenmass“.

Der Universität und der Stadt Basel ist sie in vielfältiger Weise verbunden: Sie hat hier Vorlesungen und Archivseminare abgehalten und dabei insbesondere die Forschung zur Geschichte der Stadt Basel in der Frühen Neuzeit angeregt. Diese Forschung hat ihren Niederschlag in dem Band «Eine Stadt der Frauen. Studien und Quellen zur Geschichte der Baslerinnen im späten Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit (13.-17. Jh.)» gefunden, den Wunder initiiert und mit herausgegeben hat.

Zudem ehren die Philosophisch-Historische Fakultät und die Universität mit Heide Wunder eine Persönlichkeit, die immer sozial- und kulturwissenschaftliche Forschungsansätze miteinander zu verbinden wusste. Darüber hinaus unterstreichen ihre Forschungen exemplarisch, wie fruchtbar, vielschichtig und weiterführend die Beschäftigung mit den Grundlagen und Grenzen Europas gerade auch in der historischen Tiefendimension sein kann.

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Letzte Aktualisierung: 27.11.2008
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