x
Loading
+ -

47 Sekunden auf der Alten Rheinbrücke

Ausschnitt aus dem ältesten Basler Film von 1896: Viele Protagonisten konnten nun mit Namen identifiziert werden, so der in die Kamera blickende Seidenfabrikant Achilles Lotz-Trueb links von der Bildmitte (Bild: Institut Lumière, Lyon).
Ausschnitt aus dem ältesten Basler Film von 1896: Viele Protagonisten konnten nun mit Namen identifiziert werden, so der in die Kamera blickende Seidenfabrikant Achilles Lotz-Trueb links von der Bildmitte (Bild: Institut Lumière, Lyon).

Aus dem frühesten erhaltenen Basler Film rekonstruieren Medienhistoriker der Universität Basel und der Hochschule für Gestaltung und Kunst ein Stück Stadtgeschichte.

26. November 2018

Ausschnitt aus dem ältesten Basler Film von 1896: Viele Protagonisten konnten nun mit Namen identifiziert werden, so der in die Kamera blickende Seidenfabrikant Achilles Lotz-Trueb links von der Bildmitte (Bild: Institut Lumière, Lyon).
Ausschnitt aus dem ältesten Basler Film von 1896: Viele Protagonisten konnten nun mit Namen identifiziert werden, so der in die Kamera blickende Seidenfabrikant Achilles Lotz-Trueb links von der Bildmitte (Bild: Institut Lumière, Lyon).

Auf den ersten Blick ist es ein zufälliger Ausschnitt aus dem städtischen Alltag vom 1896: Auf der damaligen Alten Rheinbrücke mit Blick auf Käppelijoch und Kleinbasel ziehen Passanten vorbei oder stehen herum, meist in die Kamera blickend, mehrheitlich dunkel gekleidete Männer und Jugendliche. Ein Arbeiter bespritzt Tramschienen, von einer Kutsche herab fuchtelt ein auffällig gekleideter Herr nervös mit den Händen, ein Bierwagen mit Pferden zockelt vorbei, ein Hund trollt sich davon.

Neueste Forschungsarbeiten zeigen nun: Fast alles in dieser kurzen, scheinbar spontanen Szene ist gestellt. In diesem frühesten Basler Film, gedreht von einem jungen Kameramann der Filmpioniere Gebrüder Lumière, finden sich nämlich Details, die das Ganze als wohlgeplantes Arrangement entlarven. Herausgefunden hat dies eine Gruppe von Medienhistorikern unter Leitung von Hansmartin Siegrist am Fachbereich Medienwissenschaft der Universität Basel und an der Hochschule für Gestaltung und Kunst der FHNW.

Auf die halbe Stunde genau

Seit vier Jahren untersucht das Team die Hintergründe des 47-Sekunden-Films mit dem offiziellen Titel «Lumière 308 – Bâle: Pont sur le Rhin». Das Filmmaterial war vor über 20 Jahren entdeckt und öffentlich gezeigt worden. Seitdem sind die Forschenden bei ihren akribischen Recherchen auf zahlreiche gesicherte Erkenntnisse gestossen. So liess sich der Streifen etwa mit Wetterdaten nicht nur erstaunlich genau datieren – auf den 28. September 1896, um 10.30 Uhr –, sondern auch viele Akteure namentlich identifizieren.

Projekttrailer

Weiterführende Informationen

nach oben